
Michael Muckle (Sprecher der SoVD-Jugend Niedersachsen), Kathrin Schrader (Jugendreferentin) und Olaf Lies, Foto: Dingfeld
SoVD trifft SPD-Landesvorsitzenden Olaf Lies
Am Samstag des LandesJugendTreffens 2010 trafen die Teilnehmer den SPD-Landesvorsitzenden Olaf Lies und hatten die Möglichkeit ihm Fragen zu stellen, welche sie interessierten.
SoVD-Jugend:
"Wie weit sind wir in Deutschland von einer inklusiven Schule entfernt?"
Olaf Lies:
"Wir sind meilenweit von der Inklusion entfernt, das zeigt das Beispiel einer Gesamtschule und einer Förderschule in Ostfriesland. Die wurden zwar zusammengelegt, die Pausenhöfe aber wiederum durch einen Zaun getrennt.
Daran wird deutlich, dass ohne politische Vorgaben nichts passieren wird."
SoVD-Jugend:
"Was muss ihrer Meinung passieren, um die Inklusion durchzusetzen"
Olaf Lies:
"Es muss rechtlich festgesetzt werden, dass die Eltern das Recht haben zu entscheiden, auf welche Schule ihre Kinder gehen: Entweder, wenn sie es für richtig halten, auf die Förderschule oder - und das sollte dann der Regelfall sein - auf die Regelschule. Und dann wiederum muss es möglich sein, dass die Kinder dort eine Chance bekommen und deswegen muss auch hier wieder rechtlich festgesetzt werden, dass dann die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das heißt, hier muss für das entsprechende Fachpersonal gesorgt werden."
SoVD-Jugend:
"Wie kann man eine Integration in den Arbeitsmarkt vornehmen?"
Olaf Lies:
"Wir brauchen die Förderung und Entwicklung eines Arbeitsmarktes, der es Menschen möglich macht, berufstätig zu sein, die keinen qualifizierten Abschluss oder Ausbildung haben, weil sie es aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht geschafft haben."
SoVD-Jugend:
"Wie können Probleme mit behinderten Menschen auf dem Arbeitsmarkt längerfristig gelöst werden?"
Olaf Lies:
"Das Problem liegt meistens schon in der Gesellschaft, welche leider keine Bereitschaft zeigt, da sie zum Teil unwissend ist und daher den behinderten oder eingeschränkten Menschen keine Chance gibt.
Kindergarten und Schule müssen deswegen schon den ersten Begegnungsraum schaffen, damit wieder ein Verständnis füreinander entsteht, welches dann auf dem Arbeitsmarkt umgesetzt werden kann.
Das heißt so viel wie, dass Schule und Kindergarten auch einen anderen Auftrag haben müssen."
Das Interview führte Joyce Dingfeld.